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Aktuelles

Korruption, Armut und diktatorische Regime gelten gemeinhin als Gründe für Fluchtmigration. Eine solche Perspektive verstellt jedoch den Blick auf die globalen Zusammenhänge: Klimakrise und asymmetrische Nord-Süd-Verhältnisse werden als Ursachen kaum thematisiert. Eine neue Studie Der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien zeigt jetzt auf, wieso Fluchtursachenbekämpfung aus einer globalen Perspektive verstanden werden muss und wie der Diskurs in Richtung sozial-ökologischer Transformation verschoben werden kann.

Die Studie schließt mit einem Ausblick darüber, wie Fluchtursachenbekämpfung so gewendet werden kann, dass sie an den globalen Verhältnissen ansetzt. Ein solches Verständnis lässt sich in der Forderung nach dem „Recht, nicht gehen zu müssen“, ausdrücken. Nicht zuletzt für Vertretungen von Arbeitnehmer*innen im globalen Norden besteht die Gelegenheit, den Fluchtursachendiskurs in Richtung einer sozial-ökologischen Transformation zu verschieben. Konkrete Ansatzpunkte identifizieren wir zum einen auf der Ebene gewerkschaftlicher Organisierung, wo die transnationale Organisierung entlang von Wertschöpfungsketten wichtige Impulse setzen kann.

Weitere Informationen und Download der Studie.

Eine neue Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) kommt zum Schluss, dass die Migration nach Europa steigen wird. Der Großteil von ihnen dürfte aus Afrika und dem Nahen Osten kommen. „Hauptgründe sind die enormen Einkommensunterschiede zu den Herkunftsländern, fragile staatliche Institutionen, Staatszerfall, der Klimawandel, Naturkatastrophen und bewaffnete Konflikte“, analysiert Professor Michael Landesmann, Co-Studienautor und Ökonom am wiiw. Aber auch die alternde Bevölkerung Europas wird weiterhin eine Nachfrage nach Arbeitskräften schaffen und damit junge Menschen anziehen, meint Landesmann.

Sogar im Falle einer positiven Wirtschaftsentwicklung Afrikas und des Nahen Ostens werden rund 2,9 Millionen Menschen von dort innerhalb der nächsten zehn Jahre ihr Heil in Europa suchen. Bei einer Lockerung der Einwanderungspolitik könnten es 4,7 Millionen sein. „Daraus allerdings abzuleiten, weiter an der Festung Europa zu bauen, wäre ein Trugschluss“, sagt Landesmann mit Verweis auf die Studie. Denn auch bei strengeren Zuwanderungsbestimmungen dürften sich immer noch 2,5 Millionen Menschen auf den Weg machen. Zudem würde sich das Problem der illegalen Migration verschärfen.
Auf diese Herausforderung sollte die EU mit einer umfassenden Strategie reagieren, die insbesondere auf eine enge Partnerschaft mit Afrika zur Steuerung der Migration setzt, empfiehlt die Studie.

Integration ist und bleibt wahrscheinlich eher ein Thema der nationalen Regierungen als der EU. Dennoch kann die EU mit Finanzierung und Gesetzgebung eine Rolle spielen, um gemeinsame Standards zu entwickeln und Best-Practice-Ideen zu verbreitern. Für Migranten und Flüchtlinge ist der Zugang zu Arbeit, Sozialversicherung und Wohnen. Auch die Anerkennung von Abschlüssen ist sehr wichtig. Es ist nämlich davon auszugehen, dass besser ausgebildete Schichten aus den Herkunftsländern auswandern. Es wird jedoch auch zu einer Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Herkunfts- und Zielländern kommen.

Weitere Informationen und Download der Studie.