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Aktuelles

In einer gemeinsamen Pressekonferenz der Anlaufstellen für Personen mit im Ausland erworbenen Qualifikationen (AST) mit dem oberösterreichischen Integrationslandesrat Rudi Anschober standen die Möglichkeiten und Hindernisse der Berufsanerkennung im Vordergrund.

Gleichzeitig wurde der oberösterreichische Leitfaden über Berufsanerkennung vorgestellt. Dieser gibt eine erste Orientierung über die komplexe Materie. Zusätzlich wurde die oberösterreichische Checkliste über die Nostrifizierung des Studiums der Humanmedizin für Personen aus Drittstaaten aktualisiert. Diese liegt auch mehrsprachig vor.

Aktuelle Hürden und Forderungen:

  • Fachsprache Deutsch: zu wenig geförderte Angebote für Fachsprache Deutsch. Weiterer Ausbau von Kursen, Qualitätssicherung der Kurse in Verbindung mit Praktika bzw. Fachbesuchen/Hospitation, usw. sollen ermöglicht werden.
  • Lehrer/innen: Nachqualifizierung- und Zusatzqualifizierungslehrgänge zur Unterstützung und Qualifizierung für die Einsatzmöglichkeit als Lehrende.
  • Bewertung: die Kosten für Bewertungen betragen bei NARIC (Zuständig für die Anerkennung von Hochschulabschlüssen) € 150,-- bzw. € 200,--. Die Bezahlung ist ausschließlich mit Kreditkarte möglich. Nicht allen Betroffenen stehen einerseits die finanziellen Mittel, andererseits das Medium Kreditkarte zur Verfügung. Es handelt sich daher um eine große Hürde in der Anerkennung von Hochschulabschlüssen. Derzeit besteht die Möglichkeit der Refundierung durch den ÖIF, jedoch sind bestimmte Gruppen ausgeschlossen (z. B. EWR-Bürger/innen). Hilfreich wäre die Schaffung von weiteren Förderungsmöglichkeiten, vor allem eine Vorfinanzierung.
  • Beglaubigungssituation: immer öfter werden beglaubigte Unterlagen angefordert. Insbesondere für geflüchtete Menschen ist die Einholung häufig nicht zumutbar, da sie aus Kriegsgebieten stammen, bzw. lange und komplizierte Wege/Reisen hierfür unternehmen müssten.
  • Mindestsicherung: die Nostrifizierungsbemühungen werden als mindestsicherungsschädlich eingestuft und im Rahmen der Bemühungspflicht nicht anerkannt. Arbeitsmarktpolitisch ist das besonders bei reglementierten Berufen (Ärzt/innen usw.) problematisch. Ohne finanzielle Absicherung entscheiden sich daher viele Betroffene gegen eine Nostrifizierung ihrer Qualifikation und verbleiben somit entweder arbeitslos oder unter ihrer tatsächlichen Qualifikation beschäftigt.
  • Zugang zu Arbeit: Matching zwischen qualifizierten Migrant/innen und Arbeitgeber/innen ist ausbaufähig. Unternehmen wissen häufig nicht mit ausländisch erworbenen Qualifikationen umzugehen. Hilfestellungen könnten von Vorteil sein. 
  • Praxiserwerb: Praktikumsmöglichkeiten sind nicht ausreichend vorhanden. Ohne österreichischen Praxisbezug wird häufig ein Einstieg in qualifikationsadäquate Beschäftigung erschwert. Weitere Einbindung der Seite der Arbeitgeber/innen ist notwendig, ebenso wie die Schaffung von Trainings- und Praktikumsplätzen.

Presseaussendung

OÖ Leitfaden über Berufsanerkennung